Snow Leopard: Adobe erklärt neuen Gamma-Wert
Apple’s Snow Leopard bringt diverse Veränderungen mit und die meisten davon unter der Haube. Doch etwas sollte einem eigentlich auf den ersten Blick auffallen: Die Farben und Kontraste am Bildschirm sind leicht anders. Denn Apple setzt seit Anbeginn ihrer Betriebssystem-Ära auf den Gamma-Wert 1,8. Während Windows und andere Betriebssysteme auf dem Gamma-Wert 2,2 eingestellt sind. Mit Leopard hat sich Apple aber nun angepasst.
Ok, jetzt fragt sich, was ist ein Gamma-Wert überhaupt und was ändert sich dadurch? Von Wikipedia schlau erklärt: “Die Gammakorrektur ist eine Übertragungsfunktion, die eine Eingangsgröße in eine Ausgangsgröße überführt. Die Übertragungsfunktion ist eine Potenzfunktion mit dem Exponenten, oft kurz Gamma genannt, als einzigem Parameter.”
Ja, aber so viel schlauer wird man als Nicht-Wissenschaftler daraus auch nicht. Ok, noch etwas einfacher: es geht um die Helligkeitswahrnehmung. In hohen Gamma-Werten wird die wahrgenommene Farbe schneller dunkler als in tieferen Werten. Der natürlichen Wahrnehmung des menschlichen Auges ordnet man einen Gamma von 0,3 bis 0,5 an. Dass nun auf einem Bildschirm die Farb- und Helligkeitsveränderung linear wahrgenommen werden kann, muss dieser um 3,3 bis 2 verzerrt werden.
Da fragt sich eigentlich, wieso hat Apple denn da auf 1,8 gesetzt? Und das ist ganz einfach, wie uns die Grafikprofis von Adobe erklären: Unter den früheren Graustufen-Displays entschied sich Apple für einen Wert von 1,8, was der Ausgabe an einem Laser-Drucker vor 25 Jahren am nächsten kam. Bei heutigen Ausgabegeräten mit unterschiedlichen Farben ist das sRGB Profil gängig – mit einem Gamma-Wert von 2,2.
Auf diesen Wert setzt nun auch Apple in Snow Leopard. In anderen Worten: Die Farben wirken nun im Gegensatz zu dem Gamma-Wert 1,8 dunkler. Das heisst u.a. für Webdesigner, dass deren unter Leopard oder einem anderen Mac OS entwickelten Webseiten nun gar etwas dunkler erscheinen – wie eben auch schon auf Windows-Computern.
Der neue Standardwert 2,2 hat somit den Vorteil, dass das Bild gleich aussieht auf allen gängigen Systemen. Er ist aber nicht in Stein gemeisselt. Denn selbstverständlich lässt sich unter der Monitoreinstellung die Gamma-Korrektur manuell vornehmen.
(via Adobe Blog von John Nack)



